TSVE übergibt Spendenscheck an Waldbäuer:innen

Almuth Sief (vorne Mitte) und Rudi Ostermann (hinten Mitte) aus dem Hermannslauf-Team überreichen den Spendenscheck in Höhe von 8.050 € an die lokalen Waldbäuer:innen.

Wer in letzter Zeit entlang des Hermannswegs durch den Teutoburger Wald läuft, ist mit dem Bild vertraut: Große Brachflächen, in denen nur noch vereinzelte, meistens aber abgestorbene Bäume stehen. „Dem Wald geht es sehr, sehr schlecht“, weiß somit auch Birgit Meyer zu Selhausen zu berichten. Sie ist eine von vielen Waldbesitzer:innen im Raum Bielefeld. Die von ihr bewirtschaftete Fläche liegt auf Höhe des Funkturms am „Eisernen Anton“.

Genau hier fand am Samstag die offizielle Übergabe der gesammelten Spenden aus dem „Virtuellen Hermannslauf“ statt. Dieser wurde als Ersatzlösung für den Präsenzlauf im Frühjahr ausgetragen. Die Läufer:innen konnte die Strecke frei wählen – nur die Distanz war vorgegeben. 789 machten mit und spendeten automatisch die Hälfte ihrer Startgebühr. Vielfach wurde der Betrag von den Teilnehmer:innen noch durch freiwillige Spenden erhöht. 7.699 € sind so zusammengekommen. Der TSVE legte noch etwas obendrauf und stockte die Summe auf insgesamt 8.050 € auf.

In Teilbeträgen von 350 €, 650 € und 1.000 €, gestaffelt nach Größe der jeweiligen Waldgrundstücke, wurde das Geld bereits im Juli an die insgesamt 14 Waldbäuer:innen ausgezahlt. Dennoch hatte die erst jetzt erfolgte Scheckübergabe eine wichtige Signalwirkung. „Das ist für uns ein echtes Solidaritätsbekenntnis!“, sagte Christa Meyer-Arend. Auch sie ist Waldbesitzerin und freut sich, dass die Hermannslauf-Gemeinde mit der Spende dem arg gebeutelten Teutoburger Wald etwas zurückgeben möchte.

„Für viele ist der Besuch im Wald eine Selbstverständlichkeit. Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie strömten die Menschen in die Wälder, suchten hier Ablenkung und Entspannung“, berichtete Meyer-Arend. Doch immer häufiger hinterlassen die Menschen auch etwas: Vor allem säckeweise Müll und Beschädigungen durch rücksichtslose Spaziergänger:innen oder Mountainbiker:innen, die abseits der befestigten Pfade unterwegs sind. So hat der Wald nicht nur mit der Trockenheit und dem Borkenkäfer zu kämpfen.

Almuth Stief, die Chefin des Hermannslaufs, hofft, dass mit der Spende ein Zeichen gesetzt werden kann. „Es ist eben nicht selbstverständlich, dass Jahr für Jahr 7.000 Menschen beim Hermann durch den Teuto laufen können. Das funktioniert nur so lange, wie sich alle an die Spielregeln halten und Rücksicht auf die Natur nehmen.“

Bis der Hermann aber wieder durch einen überall dicht bewaldeten Teuto führt, wird es wohl noch sehr lange dauern. Die Waldbesitzer:innen setzen heute verstärkt auf robuste Laubbäume wie Buche, Linde oder Vogelkirsche. Bis die durch die Spenden finanzierten Neuanpflanzungen wieder eine Höhe von bis zu 40 Metern erreicht haben werden, dauert es viele Jahrzehnte. Vorausgesetzt die Folgen des Klimawandels machen keinen Strich durch diese Rechnung.

Der Wald benötigt also auch weiterhin Unterstützung. Deshalb plant der TSVE auch zum 50. Hermannslauf, der am 24. April 2022 stattfinden soll, wieder eine Spendenaktion. Dabei arbeitet der Verein mit dem Projekt „climatebloom“ aus Bielefeld zusammen. Das Projekt legt seinen Fokus auf

Aufforstung und andere Klimaschutzprojekte in der Region. Die nächste Spendenaktion startet mit Beginn der Anmeldung zum Hermannslauf im Januar. Dann haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit mit nur einen zusätzlichen Klick 5€ zu spenden. Mit jeder einzelnen Spende soll dann ein Baum gepflanzt werden, um die trostlosen Flächen entlang der Hermannslauf-Strecke wieder in einen lebendigen Wald zu verwandeln.

Eine Antwort auf „TSVE übergibt Spendenscheck an Waldbäuer:innen“

  1. Ich war am 10.10.2021 zum 13x beim Lauf und war erschüttert wie Teile der Strecke aussahen.
    Ich finde Ihre Idee sehr gut und werde beim Spenden dabei sein.
    Lothar Gahl

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